Wie lustig ist Krieg? | Cartoons in der Schusslinie

Sollen wir über den Krieg lachen? Ist es spaßig wenn unschuldige Lebewesen sterben? Ich hab mir Cartoons und Karikaturen zum Thema Krieg im Buch »KRIEGERISCHE AUSEINANDERZEICHNUNGEN« (Holzbaumverlag, 2015) angesehen.

Graue Kampfflugzeuge schweben am blauen Himmel und werfen Bomben ab. Eine Sprechblase in Mario Lars Zeichnung bestellt: „Schöne Grüße vom Friedensnobelpreisträger.“ Man(n)_Frau wird vom sarkastischen Gruß am Buchcover angesprochen und könnte mit gemischten Gefühlen neugierig werden.

Das Buch »KRIEGERISCHE AUSEINANDERSETZUNGEN« selbst stammt nicht vom erwähnten Friedensnobelpreisträger. Es ist im Holzbaumverlag erschienen, um laut Buchrückseite Fragen zum Thema Krieg –  der „Lieblingsbeschäftigung des Menschen“ – zu beantworten. Dazu haben 27 Zeichner_innen „die Patronen gefüllt, ihre Stifte entsichert und sind in den Kampf gegen das weiße Blatt gezogen.“

© Axel Bierwolf
Axel Bierwolf zeigt: Gebote und Verbote können zugunsten eigener Zwecke, wie so manche Bombe, auch einfach über Bord geworfen werden. Stichwort: „Du sollst nicht töten.“ Oder heiligt der Zweck die Mittel?

© Daniel Jokesch


Karikaturist Daniel Jokesch lässt durch Aneignung und Kombination ein neues Bild mit vertrauten Details entsteht. Das Logo und Markenzeichen einer Socialmedia-Plattform wird mit dem biblischen Zitat des Olivenzweiges, einer Abwandlung eines bekannten Satzes, der von Friedensbewegungen verwendet wird und der Analogie zu Darstellungen von Friedenstauben zum ironischen und gleichzeitig hoffnungsvollen Symbol.

© Elisabeth Semrad

Ist die »Militärakademie der bildenden Künste« von Elisabeth Semrad eine Hommage an das Actionpainting? Die Kunstgeschichte erzählt von dieser Kunstrichtung, die nach dem zweiten Weltkrieg in den USA entstanden ist. Das Cartoon scheint vom Kriegspielen junger Menschen und ihrer Ausbildung zu kriegstauglichen Soldaten zu erzählen.

© HUSE

Kunst und Krieg = »Raubkunst«. Zeichnerisch umgesetzt von HUSE. Auch ein kleiner Hinweis darauf, dass die Fähigkeit des Menschen aus seiner eigenen Geschichte zu lernen nur sehr minimal ausgebildet ist.

© Miriam Wurster

Miriam Wursters Cartoon kann als Verweis auf die Problematik von bipolaren Denkstrukturen verstanden werden. Durch die beinahe kindlich-naiv artikulierten Denkmuster wird die Unmöglichkeit bewusst, diese Denkmuster in erstrebenswerte Handlungen umzusetzen.

Eine weitere Auseinanderzeichnung stammt beispielsweise von Bruno Haberzettl, er karikiert Sigmund Freud, der einen sehr bekannten Diktator analysiert. 

Wie das Ergebnis dieser Untersuchung aussieht, können Sie im Buch erfahren, oder in der bis 26. Oktober 2015 laufenden Ausstellung:
»Kunst am Steinberg: Kunst und Krieg – Cartoons & Karikaturen«.
Von 8. Mai bis 26. Oktober 2015 in den Salzwelten Altaussee,
Lichterberg 25, 8992 Altaussee
Kuration der Ausstellung: Franz und Mathias Hütter
Künstlerische Mitarbeit: Oliver Ottisch
Freier Eintritt!

Das Buch zeigt, wie ein grundsätzlich nicht-lustiges Thema mit kritischem Humor und tiefgründiger Ironie aufbereitet werden kann. Die Kunst der Cartoons und Karikaturen verlangt von Rezipient_innen die Bereitschaft zur kritischen Hinterfragung und reflektierten Auseinandersetzung mit der ungeschönten Realität.


Holzbaum Verlag © Mario Lars»KRIEGERISCHE AUSEINANDERZEICHNUNGEN«

Herausgeber: Clemens Ettenauer, Matthias Hütter
Format: 19,5 x 25,5 cm
Seiten: 80
Umschlag: Hardcover
Verlag: Holzbaum Verlag, Wien 2015
Preis: 19,95 €
ISBN:  978-3-902980-25-0
 → Buchbestellung hier möglich!

Cartoons und Karikaturen von Ari Plikat, Alois Jesner, Axel Bierwolf, Bonski, Burkh, Bruno Haberzettl, Daniel Jokesch, Dorthe Landschulz, Egges Gildo, Elisabeth Semrad, FEICKE, Harm Bengen, HUSE, Johann Mayr, Karl Heinz Brecheis, KRIKI, Leonard Riegel, Mario Lars, Matrattel, Miriam Wurster, Oliver Ottitsch, Rainer Schwalme, Schilling & Blum, Stefanie Grüssl, Stephan Rürup, Teja Fischer, Til Mette


Bilder v.o.n.u.: Holzbaum Verlag © Mario Lars, © Axel Bierwolf, © Daniel Jokesch, © Elisabeth Semrad, © HUSE, © Miriam Wurster
Rezensionsexemplar und Bilder zur Verfügung gestellt von Holzbaum Verlag – Vielen Dank!
Text: Victoria Windtner

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