Silhouetten im tanzenden Nebel – Fog Ballett by Tanja Brandmayr

FogBallett_(c)Reihnard Winkler

Die Gesellschaft für Kulturpolitik (GfK OÖ) präsentierte unter dem Jahresschwerpunktthema „Verschwinden“ die Rauminstallation FOG BALLETT von Tanja Brandmayr im Central Linz.

Die Dunkelheit ist von zartem Nebel erfüllt. Eine weiße Bodenmarkierung teilt den Raum in zwei Hälften. Die Enden der Linie zeigen zu den Stirnseiten des Raumes. Auf der einen Seite befindet sich eine beleuchtete Bühne. An deren Rückwand erscheinen sich zart bewegende, mit Licht projizierte, Nebenschwaden. Auf der anderen Seite eröffnet sich eine Raumnische. Sie ist der Ursprungsort des Nebels. Zwei Lichtprojektoren lassen, in den langsam flirrenden Nebelschwaden, die Silhouetten von kleinen, menschlichen Figuren erscheinen. Ihre flüchtige Sichtbarkeit ist vom Nebel abhängig. Die Figuren vollziehen dynamische Bewegungseinheiten und scheinen eine spielerisch kommunikative Beziehung mit dem Lichtstrahl einzugehen.

Zwischen den beiden Ereignispunkten im Raum, also Bühne und Nische, steht eine weibliche Figur. Ihre fließenden Armbewegungen wiederholen das regelmäßige Bewegungsschema der kleinen projizierten Nebelfiguren. Entschlossen, aber in sich gekehrt bewegt sich die Performerin entlang der weißen Linie, tritt auf die Bühne und richtet ihren Blick in den Raum.

Neben dem Hauptakteur Nebel und der Performerin tritt die Akteur_innengruppe der Rezipient_innen im Raum auf. Beleuchtet vom Lichtschein außerhalb des Raums, betreten sie die nebeldurchzogene Dunkelheit und verwandeln sich in dunkle Silhouetten. Ihre Gesichter sind nicht mehr erkennbar. Sie beobachten den tanzenden Nebel, die Figur, die sich entlang der Linie durch den Raum bewegt und agieren als heterogene Gruppe im Nebelgeschwader.

FOG BALLETT ist QUASIKUNST
Tanja Brandmayrs Rauminstallation FOG BALLETT ereignet sich auf mehreren, diffus verschwimmenden Zeit-, Raum-, Wahrnehmungs- und Interpretationsebenen. In ihrem Text zu Fog Ballett, vernebelt die Choreografin, Autorin und Herausgeberin der Zeitschrift „Die Referentin“ auf sprachlicher und kognitiver Ebene. Sie streift dabei u.a. kulturhistorische, philosophische, künstlerische, medientheoretische und technische Aspekte und gibt Einblick in ihre Auseinandersetzung mit dem Trägermedium Nebel.

Nebelballett: Tanja Brandmayr | Live-Performerin: Gerlinde Roidinger | Produktionsleitung: Felix Vierlinger

Eine Veranstaltung der Gesellschaft für Kulturpolitik (GfK) am 6. März 2018 im Central Linz.


Fotos:  © Reinhard Winkler und © Sandrik
Zur Verfügung gestellt von der Gesellschaft für Kulturpolitik (GfK OÖ). Vielen Dank!

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